,,Keiner ist mehr hoffnungslos hörig als die, die fälschlicherweise glauben, sie seien frei!" - J.W.Goethe

Gundula und Gerd

Neulich fuhr ich an einer entlegen Bushaltestelle vorbei und umgehend fiel mir dieses ältere Ehepaar auf. Daraufhin überkam mich folgendes Gefühl welches ich hier beschreibe.

Ein Treffen an der Fahrt zum Leben

Einsam stehen sie doch zu zweit, der eine sitzt, der andere schreit – innerlich nach einem Leben. Jahre schon das gleiche Spiel. Tagein, tagaus. Es gibt schon lange nichts zu geben.

Ihr Gesicht von Mimik unversehrt, seine Gestik nur vom Nichts genährt. Die Worte wechseln täglich schweigend leere Blicke. Nichts zu sagen. Der Rhythmus, in lebendig Stille, geht am Ohr nur taub vorbei. Doch man hört das Uhrenticken von den Uhren die da lagen. Tick und Tack, schon fast vorbei…

Die Leidenschaft wohnt nebenan und hat die zwei noch nie gesehen. Sie gehen durchsichtig umhüllt von Leere ständig ihre gleichen Bahnen. Geistig eingebrannte Muster sehen weg vom Sinnesmeer, geben halt durch Vorurteile. Sprechen tut hier keiner mehr.

Die Blumen stehen in Grau getränkt im farblosen Gemeinschaftsraum, umrahmt von Bildern ohne Fülle, doch das Haus umsäumt ein Zaun. Sicherheit wird GROSS geschrieben, das Leben blieb jedoch links liegen. Doch was man hat, das hat man wohl. Denn vom vielen Haben kann man das Nichts noch lang nicht laben.

Doch die Ausfahrt war schon lang verpasst, der Rückweg scheint zu weit zu sein. Die Kraft zum Wenden ist verprasst bei den jahrelangen Lebenslügen.

Nur gut, dass ich nur kurz sie sah, denn beachte eins – das Leben, das ist wunderbar.

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